Argumente, Positionen, Emotionen – noch drei Wochen bis zur Wahl

Seit Mittwoch, 11. März 2026 stehen die drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Nuthetal fest.

In den Wochen danach ist schon viel passiert. Es gab Gespräche in Philippsthal, Fahlhorst, Tremsdorf und Saarmund, bei denen die wichtigen Themen in unserer Gemeinde auf den Tisch kamen.

Es ging auch darum, Plakate aufzuhängen und Flyer zu verteilen. Am Marktplatz in Rehbrücke, vor dem Nahkauf in Saarmund, bei Ortsteilspaziergängen und weiteren Gelegenheiten konnte ich mich schon vielen Menschen vorstellen. Für mich fühlt sich das gerade an wie eine Reise durch unsere Gemeinde. Ich erlebe Nuthetal ganz intensiv und lerne auch viel Neues kennen.

Verteilen der Flyer

Ich bin sehr dankbar dafür, dass mich auf dieser Reise viele Menschen begleiten. Manche sind ganz unmittelbar dabei, helfen bei Aktionen und geben mir Feedback. Andere nutzen die Gelegenheiten zum Austausch und um sich selbst ein Bild zu machen. Es gibt konkrete Fragen, z. B. auch über die Dialogseite (hier). Und meine kurzen Berichte auf Instagramm werden wahrgenommen und geteilt.

In den nächsten Tagen geht es so weiter. Ich freue mich auf weitere drei Wochen voller Gespräche, Impulse und Zuspruch.

Let’s rock together!

Gemeindevertretung entscheidet für neue Wohnungen und gegen weiteren Stillstand

Das Gute zuerst

Die Gemeindevertretung Nuthetal hat am 17. März 2026 in der Aula der „Grundschule Otto Nagel“ einen weiteren wichtigen Schritt beim Bebauungsplan 03 beschlossen. Der Plan soll dafür sorgen, dass in der Ortsmitte von Bergholz-Rehbrücke viele neue Wohnungen entstehen können.

Drei oder vier Geschosse?

In der Sitzung mussten die Mitglieder der Gemeindevertretung unter anderem darüber entscheiden, ob es in dem unmittelbar an die Straße „Am Rehgraben“ angrenzenden Teilgebiet möglich sein soll, Gebäude mit vier Geschossen zu bauen oder nicht. Hintergrund waren die im Rahmen des Planungsprozesses vorgebrachten Einwände der heute schon im Umfeld wohnenden Menschen. Neue Wohnhäuser sollten demzufolge nicht höher als die vorhandene Bebauung sein.

Turbulent wurde die Sitzung, als der frühere Vorsitzende des Ortsentwicklungsausschusses Wilfried Jahnke (BfN) mit einem Vorschlag in die Diskussion eingriff. Er regte an, die Gebäudehöhe zwar im Sinne der Einwände zu reduzieren, allerdings nur so weit, dass die Option für vier Geschosse offenbliebe. Die dafür nötige Gebäudehöhe läge nur 60 Zentimeter über der vorhandenen Bebauung und wäre kaum wahrnehmbar. Früher bereits vorgebrachte Argumente, formale Gründe und die Befürchtung einer weiteren Verzögerung des Planungsprozesses führten jedoch am Ende dazu, dass der Vorschlag nicht aufgegriffen wurde. Bei der Abstimmung sprach sich eine Mehrheit aus CDU und BfN für drei Geschosse aus.

Zukünftiges Baugebiet an der Straße "Am Rehgraben"
Am Rehgraben – Ansicht heute

Weniger Geschosse – weniger Wohnraum (?)

Mit Blick auf den dringend benötigten Wohnraum wird der Beschluss von verschiedenen Seiten kritisch gesehen, unter anderem von der SPD-Fraktion. Wie viele Wohnungen später realisierbar sein werden, hängt jedoch nicht nur von der Anzahl der Geschosse ab. Der Bebauungsplan legt auch die Größe der Baufelder fest und definiert die Grundflächenzahl (GRZ) sowie die Geschossflächenzahl (GFZ). Erst in der Kombination dieser Parameter ergibt sich die zulässige Bebaubarkeit. Gegenüber dem vorherigen Planungsstand verzichtet Nuthetal auf bis zu 320 Quadratmeter mögliche Wohnfläche. Das entspricht je nach Wohnungsgröße drei bis sechs Wohnungen.

Verbot von Flachdächern

Die Gebäude in dem betreffenden Teilgebiet dürfen einem weiteren Beschlusspunkt zufolge keine Flachdächer bekommen. Auch damit sollen vorgebrachte Bedenken aufgegriffen und ein harmonischeres Zusammenspiel zwischen alter und neuer Bebauung erreicht werden. Bereits im Vorfeld des Beschlusses hatte der Nachhaltigkeitsbeirat darauf hingewiesen, dass ein solches Verbot klimaangepasste Bauweisen deutlich erschweren und damit teurer machen würde.

Einigung nach zehn Jahren jetzt möglich

Insgesamt würde der Bebauungsplan trotzdem noch Baurecht für mehr als 13.000 Quadratmeter Wohnraum schaffen. Die in der Sitzung beschlossenen Änderungen betreffen vor allem die gemeindeeigenen Flächen. Klimagerechtes Bauen und die Schaffung von preiswertem Wohnraum werden dadurch nicht einfacher. Es bleibt aber in der Hand der Gemeinde, geeignete Lösungen zu finden.

Wird der Plan in den noch ausstehenden Schritten bestätigt, wären die in der Sitzung beschlossene Reduzierung der Wohnfläche um weniger als drei Prozent und der enger gefasste gestalterische Rahmen der Preis dafür, dass nach zehn Jahren endlich eine Einigung erzielt werden konnte.

Die Gemeindevertretung stellt die Weichen für 2026

In der zweiten Dezemberwoche, während viele bereits gedanklich bei Festtagsvorbereitungen und Geschenken waren, hatte ich die Sitzung der Gemeindevertretung in Nuthetal im Blick. Am Abend des 9. Dezember 2025 tagte das Gremium in der Aula Bergholz-Rehbrücke zum letzten Mal in diesem Jahr. Das Programm war mit 22 Tagesordnungspunkten sehr umfangreich.

Im Mittelpunkt der Beratungen standen unter anderem die geplante gemeinsame Nutzung eines Gebäudes durch zwei Kindertagesstätten, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Schulen und die Zukunft der kommunalen Wärmeplanung. Aufgrund meines fachlichen Hintergrundes interessierte mich der geplante Beschluss zur Haushaltssatzung für das Jahr 2026 besonders. Mit diesem Schritt stellt die Politik sicher, dass die Verwaltung auch im neuen Jahr handlungsfähig bleibt.

Entwicklung der Erträge und Aufwendungen im Gesamthaushalt Nuthetal
Nuthetal Gesamthaushalt 2025
(Quelle: Interaktiver Haushalt Nuthetal)

Die zugrunde liegende Satzung und der Haushaltsplan verlangen fachkundige Augen und sind für viele selbst erfahrene Ratsmitglieder eine Herausforderung – zumal die finanzielle Lage der Gemeinde sich weiter eintrübt.

Mir fiel auf, wie sorgfältig die Gremienmitglieder einzelne Positionen diskutierten und Anpassungen vornahmen. In Zukunft wird es für Nuthetal jedoch entscheidend sein, die durch das Sondervermögen Kommunale Infrastruktur bereitgestellten Mittel gezielt einzusetzen und so die Gemeinde noch besser für kommende Herausforderungen zu rüsten. Neben dem Blick für Details erfordert dies viel Vorstellungskraft und ein klares Zukunftsbild.

Ein weiterer wichtiger Beschluss betrifft die Entwicklung des Ortsteils Saarmund. Durch den Bebauungsplan Nr. 29 können nun bis zu 90 neue Wohnungen entstehen. Dies könnte insbesondere jungen Menschen zugutekommen, die Nuthetal als Lebensort schätzen oder neu für sich entdecken. Gleichzeitig wächst dadurch die Verantwortung, Kitas, Schulen und andere Infrastruktur zu erhalten und anzupassen.

Licht im Heizungskeller

In unseren Wohnungen, Büros, Werkstätten und vielen weiteren Gebäuden werden heute noch viele Ressourcen verfeuert. Das kostet Geld und setzt Treibhausgase frei. Laut Klimaschutzkonzept unserer Gemeinde entfällt fast die Hälfte des lokalen Energiebedarfs auf den Bereich Wärme. Entsprechend hoch sind die Emissionen, da überwiegend noch mit Gas oder Öl geheizt wird.

Wie das in Zukunft besser werden könnte, soll durch die kommunale Wärmeplanung geklärt werden. Durch eine fundierte Analyse wird ermittelt, mit welchen Lösungen an Gebäuden und Wärmeversorgung wir zukünftig Geld sparen und die Emissionen senken können.

Bei einem von unserer Gemeindeverwaltung organisierten Workshop am 23. Oktober 2025 wurden erste Grundlagen vermittelt und über ein sinnvolles Vorgehen diskutiert. An dieser Stelle vielen Dank an alle Beteiligten für den interessanten Austausch.


Infoblatt Kommunale Wärmeplanung in Brandenburg
Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg für Ökologie, Demokratie und Soziales e.V.

Auch in der Gemeindevertretung wird aktuell darüber diskutiert, wie Nuthetal mit vertretbarem Aufwand seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Erstellung einer Wärmeplanung bis 2028 nachkommen kann.

Mir ist es dabei besonders wichtig, dass die Planung nicht „von oben herab“ passiert. Einen großen Teil der denkbaren Maßnahmen müssen die Menschen in ihren Wohnungen und Häusern selbst umsetzen – und bezahlen. Wir sollten deshalb gemeinsam nach der besten Lösung suchen.